Montag, 13. Juni 2022

GREEN CURRY mit Garnelen & Brokkoli

Fülle an Aromen, Kräutern, dazu die wärmende Thai Schärfe...grün mit dem zartrosa der Garnelen. Foto: Ute Mangold, wiesengenuss

Ich koche so gerne Green Curry. Es macht einfach glücklich! Der Zauber liegt wohl in den Kräutern und Gewürzen mit ihren Düften und Aromen. Zitronengras, Kaffirlimetten, Galgant, Koriander, Kurkuma und Tamarinde erhellen kalte graue Tage durch das in ihnen umgewandelte Sonnenlicht und bringen mit ihren gespeicherten Energien Leben in den Körper. Sie heizen ein, erhöhen den Stoffwechsel - das Agni Feuer, die Verdauung.

Zur Zeit beschäftige ich mich verstärkt mit der Ayurveda Küche. Besonders fasziniert mich das Buch "Das Yoga der Kräuter" von Dr. Vasant Lad und Dr. David Frawley. Hier wird das alte Wissen der ayurvedischen Heilkunde auch auf westliche Heilpflanzen übertragen. Viele im Westen übliche Heilpflanzen wie Myrica cerifera, Berberitze und Kalmus werden auch in Indien häufig verwendet - und Kräuter wie Ingwer, Gelbwurz (Kurkuma), Koriander und Bockshornklee sind in unserer hiesigen Küche auch schon lange heimisch. 
Und dann gibt es noch viele Verwandtschaften zwischen den europäischen Kräutern und den asiatischen. Gleiche Familien, ähnliche Inhaltsstoffe. So zum Beispiel die hiesige Heilpflanze Beinwell Valeriana officinalis und die im Ayurveda verwendete Indische Narde Valeriana jatamamsi - auch "Speik" genannt. Beide haben die gleichen beruhigenden Eigenschaften. Die indische Variante soll jedoch zur Förderung der Bewusstheit und Stärkung des Geistes von überlegenerer Wirkung sein. 


Zurück zum Green Curry und seiner zwar langen Zutatenliste (sofern man die Currypaste selbst zubereitet) doch kurzen Garzeit. Für die schnelle Küche empfiehlt sich eine fertige (Thai) Green Curry Paste mit ihrer wohligen Schärfe. Mit Currypasten, die direkt aus Thailand stammen, habe ich gute Erfahrungen gemacht. Die grüne Farbe des Gerichts rührt von den Zutaten her, die fast ausschließlich grün sind*

In Thailand ist es ein beliebtes Gericht unter dem Namen
"Die thailändische Küche ist eine Mischung aus chinesischenindischen und europäischen Einflüssen, die im Laufe der Jahrhunderte zu einer Landesküche verschmolzen sind." Wikipedia, Thailändische Küche.
Somit liegen seine Wurzeln in der Indischen bzw. Südindischen Küche und damit der Ayurvedischen.
"Der grundlegende Unterschied zum indischen Curry ist, dass die Gruppe der thailändischen „Kaeng-Gerichte“ nicht aus gemahlenen Gewürzen hergestellt werden, sondern aus einer Currypaste. Außerdem werden die Gewürze nicht, wie in Indien, zuerst in Fett angebraten, sondern die Paste wird – oft in Kokosmilch – gekocht. Quelle: wikipedia - Kaeng Khiao Wan .

 

 

GREEN CURRY mit BROKKOLI,
Garnelen und REISNUDELN

Zutaten 
für vier Personen

500 g Brokkoli
400 g breite Reisbandnudeln
Green Curry Paste (ca. 50 g)
400 ml Bio-Kokosmilch 
300 ml Gemüsebrühe
1 EL Ghee (geklärte Butter) oder Pflanzenöl
ggf. noch etwas Fischsauce

Den Brokkoli waschen und in kleine Röschen zerteilen und dann zusammen mit den Reisnudeln in kochendes Salzwasser geben. Das ist der ganz besondere Trick bei diesem Rezept! Es dauert nur etwa 4- 6 Minuten bis beide gar sind! 

In einer Pfanne oder im Wok, Ghee oder Öl erhitzen und die Currypaste darin schmelzen. Bevor sie anbräunt, mit Kokosmilch ablöschen. Die Gemüsebrühe dazu geben. Mit Fischsauce würzen. Aufkochen lassen, die Hitze wieder reduzieren und die Garnelen darin garen bis sie rosa sind.

Danach die Nudeln und den Brokkoli herausnehmen, abseihen und in eine Schüssel oder Schale geben.  Die Green Curry Sauce und die Garnelen darüber geben. Mit frischem Koriandergrün und Limettenscheiben garnieren. Als weitere Kräuter eignen sich auch Kaffirlimettenblätter und Thai-Basilikum.


GREEN CURRY - Paste
(nach Yotham Ottolenghi "Genussvoll vegetarisch")

1 Bund Koriandergrün (nur die Blätter)
1 Stück Galgant (etwa 3cm)
4 Kaffirlimettenblätter
2 kleine Chilischoten (von den Samen befreit und grob gehackt)
1 Knoblauchzehe
2 Schalotten grob gehackt
2 TL Koriandersamen
1 TL Cuminsamen (oder Kreuzkümmel)
1 Limette (die Schale abreiben und den Saft ausdrücken)
1 TL brauner Roh-Rohrzucker
400 ml Kokosmilch
4 EL Sesamöl

Alle Zutaten in einen Mixer geben und so lange klein hacken bis eine grüne Curry Paste entstanden ist. Zum Abrunden das Sesamöl ganz zum Schluß darüber geben.

Dazu gab es bei uns Garnelen. Es kann jedoch auch mit Hähnchen oder Tofu zubereitet werden.




AYURVEDISCHES
oder warum macht Green Curry glücklich?


Dies ist ein Gericht, das auf tridoshitische Weise zubereitet werden kann. Kokosmilch ist nahrhaft und beruhigend für Vata- bzw. Pitta-Doshas. Die verwendeten Gewürze sind verdauungsfördernd und helfen, die Verdaulichkeit des Gerichts zu verbessern, jedoch können einige dieser Gewürze im Übermaß Pitta verschlimmern. Wenn diese in Maßen verwendet werden, gibt es kein Problem. Beispiele für diese Gewürze und Kräuter sind Ingwer, Knoblauch, grüne Chilischoten, Pfeffer und Zitronengras. Auf der anderen Seite helfen diese scharfen Gewürze und Kräuter dabei, einige der Kapha-/schweren Eigenschaften von Zutaten wie Tofu, im Laden gekaufter Kokosmilch, weißem/braunem Reis usw. auszugleichen. Gewürze wie Koriandersamen und Kräuter wie Koriander sind sowohl verdauungsfördernd als auch kühlend, wodurch einige der zuvor erwähnten scharfen und erhitzenden Gewürze ausgeglichen werden.


Zitronengras (beruhigt Kapha), Schalotten (beruhigt Vata, Pitta), Knoblauch (beruhigt Vata, Pitta), Ingwer (beruhigt alle drei Doshas), Koriander (beruhigt alle drei Doshas), Basilikum (beruhigt Vata und Kapha), Fisch Soße (beruhigt Vata und Kapha), Kreuzkümmel (beruhigt Vata und Kapha), Koriander (beruhigt alle drei Doshas), Chilis (verschlimmert Pitta, beruhigt Kapha)


süß (Kokosmilch, Tofu), sauer (Limettenschale, Zitrone), salzig (Salz), bitter (Zitronengras, Koriander, Koriandersamen, Limettenschale), scharf (Pfeffer, Kreuzkümmel, Chilis, Knoblauch, Ingwer, Frühlingszwiebeln), adstringierend (Spinat, Koriander, Zitronengras).


Dieses thailändische grüne Curry-Rezept kann, wenn es mit frischen Zutaten von Grund auf und mit einem milden, aber würzigen Unterton zubereitet wird, ein sattvisches Gericht sein, das den Geist beruhigt und den Körper nährt. Die Verwendung von zu vielen scharfen Zutaten kann dies zu einem rajasischen Gericht machen. Die Verwendung alter, abgestandener Zutaten oder zu viele mit Konservierungsstoffen beladene, im Laden gekaufte Saucen können dies zu einem tamasischen Gericht machen.


Quellen

https://www.ayurshilpi.com/post/ayurvedic-thai-green-vegetable-curry





Dieses Rezept entstand übrigens im Rahmen eines Blogevents "GRÜN" von @vivelareduction und @zorrakochtopf #kochtopfblogevent und #grüneteller













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